Strukturpolitische Fragen und Bildungsforschung

Zu grundsätzlichen strukturpolitischen Fragen, etwa der Empfehlung eines bestimmten Schulsystems, kann die Bildungsforschung keine Handlungsanweisungen geben

sagt Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt. Und irrt.

Was die Wissenschaft — und damit auch die Bildungsforschung — nicht beantworten kann sind Wertfragen. Die Bildungsforschung kann also nicht sagen, dass ein gerechtes Bildungssystem wünschenswerter ist, als ein ungerechtes. Das ist Aufgabe der Politik. Die Bildungsforschung kann aber ermitteln, welche Faktoren dazu beitragen, ein Bildungssystem gerechter zu machen. Und wenn bei solchen Analysen herauskommt, dass ein Bildungssystem gerechter wird, wenn man die Selektion der Schüler auf verschiedene Schulformen statt mit 10 z.B. mit 14 Jahren durchführen lässt, ist das eben ein Ergebnis, das ganz offensichtlich ein Strukturmerkmal eines Bildungssystems betrifft. Wenn dann den Politikern auch noch bekannt ist/wäre, dass ein längeres gemeinsames Lernen den intelligenten bzw. leistungsstarken Schülern nicht schaden muss, könnten diese ja — aufgrund ihrer Werthaltungen — diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nutzen und das Bildungssystem entsprechend anpassen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s