Nicht alles ist relativ: schlechte Graphik in der SZ

Als Myron, der bei uns in Mannheim zu Besuch ist, Kerstin und ich heute am (sehr) späten Vormittag frühstückten und ich Seite 5 der Süddeutschen Zeitung aufschlug, sagte Kerstin mit entsetztem Gesichtsausdruck: “Wie kann man sowas machen? Das darf doch nicht wahr sein. Das ist Leserverdummung.” Der Grund des Anstoßes war und ist eine Graphik, die zum Artikel “Schäuble warnt vor Jugendgewalt” gehört. Dieser berichtet von der jüngsten polizeilichen Kriminalstatistik (2007) und deren Vorstellung durch Wolfgang Schäuble und Jörg Schönbohm. Die Graphik soll dabei die Aussage unterstreichen, dass sowohl die Gewaltkriminalität insgesamt als auch die gefährliche und schwere Körperverletzung in jüngster Vergangenheit drastisch zugenommen haben (sollen). Leider verletzt sie zahlreiche Grundregeln guter Darstellung statistischen Datenmaterials. Auch leider: Sie ist nicht online verfügbar, weshalb wir sie unten auch noch einmal beschreiben.

Nachdem auch ich mich gehörig entsetzt und mein Entsetzen mit Myron geteilt hatte, schlug der vor, einen Leserbrief an die Süddeutsche zu schreiben, was wir dann — mehr oder weniger zu dritt — auch getan haben. Zu guter Letzt haben wir auch eine Graphik erstellt, die, unserer Ansicht nach, wesentlich besser geeignet ist einen solchen Artikel zu flankieren. Diese kann man hier als pdf herunterladen. Den Leserbrief kann man hier nachlesen:

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